Die Verbandsmeisterschaft des SWHV in der Sportart Obedience fand dieses Jahr in Kindenheim statt. Das ist eine kleine Stadt in der Pfalz, nahe Worms, die einen sehr regen Hundesportverein hat. Sie führen einige größere Veranstaltungen im Jahr durch, in verschiedenen Sportarten – wie wir bei einem Gespräch mit einem netten Mitglied des Vereins auf dem Parkplatz erfahren haben. Dieser hatte eine Weste mit der Aufschrift „Tierwohlbeauftragter“ an und kümmerte sich den ganzen Tag darum, dass es den Hunden gut ging, auch wenn sie mal für kurze Zeit im Auto gelassen wurden.
Da unsere Gruppe noch nie auf einer solchen Großveranstaltung war, es in diesem Jahr sowohl mit dem Ort als auch mit dem Termin und den notwendigen Qualifikationsergebnissen gepasst hat, entschied sich Iris, sich das nun auch mal als Teilnehmerin anzuschauen. Sarah entschloss sich, mitzukommen und Iris zu coachen. Dafür war Iris sehr dankbar! Die Anreise war bereits am Freitag angesetzt. Man konnte sich da einen jeweils 3-minütigen Probetrainingsslot pro Austragungsplatz ab 16:00 online vorab sichern. Außerdem sollte man zur Auslosung der Startnummern anwesend sein.
Das Ganze war sehr aufregend. Ei kleineren Veranstaltungen ist es immer so gewesen, dass die Einzelübungen am Stück auf einem Platz, unter einem Richter vorgeführt wurden. Das war hier anders. Es waren zwei Richter für zwei abgegrenzte Austragungsplätze da, die beiden Plätze waren mit einer Art Schleuse verbunden. Vorab war bereits bekanntgegeben worden, welche Übungen auf welchem Platz zu machen waren. Auch die Reihenfolge der Übungen war bekannt. So konnte man sich beim Probetraining kurz die Gegebenheiten anschauen und in jeweils 3 Minuten ein paar Sachen machen – alles durchzuprobieren war in dieser Zeit unmöglich. Man musste sich auf zwei, max. drei Sachen pro Ring konzentrieren und sich vorher einen Plan zurechtlegen. Dank Sarah als Helferin konnten Iris und Izzy die wichtigen Sachen kurz anreißen. Bei der Auslosung hatten die beiden Glück – sie waren als vierte der Klasse 2 dran, so dass sie zumindest nach dem Beginn der Wettbewerbe für die Klasse 2 nicht mehr allzulange warten mussten. Und schon war der Freitag vorbei und es wurde ernst am Samstag.
Los ging es um 9 Uhr mit der Klasse 1 – die Gruppenübungen wurden zuerst durchgeführt. Danach kamen dann die Einzelübungen. Man betrat den ersten Ring vom Übungsplatz aus, ging dann direkt in den zweiten Ring, die Übungen schlossen sich direkt an. Die sehr detaillierte Planung war aber bald schon durch die Realität abgelöst und die Gruppenübungen der Klasse 2 begannen eine Stunde verzögert. Am Morgen konnte man dann auch die für diesen Tag von den Richtern zu zeigenden Positionen aus der Bewegung, sowie für die Pylonenübung und die Abfolge bei der Distanzkontrolle einsehen. Die Gruppenübung lief gut, Izzy verlagerte ihre Position leicht, um das Versteck, hinter dem sich Iris befand, nicht aus dem Blick zu lassen, als der Steward zur Ablenkung durch die Hunde lief. Daher gab es hier Abzug – und es war da schon klar, dass die Bewertung bei so einer Meisterschaft doch viel strenger ist, also bei einer „normalen“ Prüfung. Danach kam erst mal die Mittagspause, die Einzelübungen der Klasse 2 starteten dann gegen 13:30. Bei Izzy und Iris liefen die ersten Übungen sehr gut an, der Richtungsapport war sehr gut, die Positionen aus der Bewegung sogar im „vorzüglich“. Auch die Fußarbeit war noch im „sehr gut“ – aber leider kassierten die beiden dann auch noch eine Null. Izzy legte beim Abruf einen Frühstart hin, somit gab es schonmal 30 Punkte weniger… Dann ging es in Ring 2. Die Boxübung lief super („Vorzüglich“), bei der Geruchsidentifizierung leistete Izzy sich ein „Nachschauen“: sie suchte schön, nahm das richtige und machte sich auf den Rückweg. Dann fiel ihr ein, vielleicht hätte sie die andern doch nochmal richtig anriechen sollen: ließ das Hölzchen fallen, lief zurück und schnupperte nochmal alle Hölzchen durch – dann war sie überzeugt, nahm das richtige wieder auf und brachte es. Es gab hier immerhin noch 6 Punkte… Sehr gut war wieder die Pylonenübung, Abzug gab es aber doch, weil Iris das Kommando des Stewards für die Anweisung zum Sprung nicht abwarten konnte… Bei der Distanzkontrolle zeigte sie nicht ganz ihre Möglichkeiten – Iris hatte sie mit ihrer Reaktion auf ihren eigenen Fehler bei den Pylos wohl etwas verunsichert: sie ließ eine Position aus und bewegte sich 20cm von ihrem Platz weg – daher gab es gehörigen Abzug und es blieben 5 Punkte.
Insgesamt bestanden die beiden aber ihre erste große Prüfung mit einem „Gut“ und 211,5 Punkten. Damit hatten sie das selbstgesteckte Ziel erreicht und das „Abenteuer“ Verbandsmeisterschaft erfolgreich beendet. Danach blieb noch entspanntes Zuschauen bei den restlichen Startern der Klasse 2 und nach der Siegerehrung war dann gegen 17:00 Schluss. Zu diesem Zeitpunkt ging dann bereits die Auslosung der Klasse 3 und der Junioren für den Wettbewerb des nächsten Tages los. Da aber keine Bekannten dabei waren, traten Iris und Sarah den Heimweg an. Beide, wie auch ihre Hunde (Inuk und Koda durften ebenfalls dabei sein) waren um eine große Erfahrung reicher und es war ein schöner Ausflug in die Pfalz.







